Lokalnachrichten aus München-Laim und Umgebung
PARK statt Parkplatz! München zeigt viel Kreativität am PARKing DAY 2012
In einer Großstadt wie München, die besonders von Platzmangel betroffen ist, tritt die Verschwendung öffentlichen Raums durch die Bereitstellung von Parkplätzen deutlich zu Tage. Die Münchner Umweltorganisation Green City e.V. hat zusammen mit über 30 Initiativen am vergangenen Freitag ein Zeichen gegen diesen Missstand gesetzt. Während des PARK(ing) DAYs gestalteten die Initiatoren gewöhnliche Parkplätze im ganzen Stadtgebiet temporär um. Mit Sitzgelegenheiten, Rollrasen und Unterhaltungsprogramm ermöglichten sie einen kritischen Blick auf die herkömmliche Nutzung der Stellplätze. Die Organisatoren empfehlen das Carsharing-Modell als Alternative zum privaten PKW.Wer am Freitag die Sonne am Gärtnerplatz genießen wollte, sah sich umgeben von Parkplätzen, auf denen keine Autos standen, sondern Bänke, Liegestühle, Pflanzen, Rollrasen oder gar Kunstwerke platziert wurden. Anliegende Geschäfte, Vereine oder Lokale, wie die Bikekitchen, die Stiftung Gute Tat oder die Robinson Kuhlmann Bar, dekorierten die Stellplätze um. So stießen Passanten immer wieder auf grüne Inseln, die einen willkommenen Kontrast zu den parkenden Autos darstellten und beispielsweise Gelegenheit zur Fahrradreparatur, zu einem Erfrischungsgetränk oder auch zu einer Diskussion über die Parkplatzsituation boten.
Sowohl die Initiatoren, als auch die Passanten zeigten sich vom PARK(ing) DAY angetan. "Kann das nicht so bleiben?", fragten viele Besucher. Leider Nein. Gegen 20:00 Uhr mussten die Parkplätze wieder den Autos überlassen werden. Das Interesse an der Aktion steigt von Jahr zu Jahr. Mit mehr als 30 PARKs beteiligten sich so viele Initiativen, wie nie zuvor. Auch außerhalb des Glockenbachviertels gab es alternativ genutzte Flächen zu besichtigen. Beim Maßmannwohnheim hatte man den Eindruck, die Bewohner hätten ihr gesamtes Mobiliar auf den Stellplatz in der Augustenstraße getragen, so viele Kickerkästen, Couchen und Spielkonsolen standen dort bereit. Im Westend war vor allem Kulturelles geboten. Die Kunst- und Textwerkstatt unterhielt mit Lesungen, auf dem Parkplatz des greentext Verlags gaben die Initiatoren ein Freiluft-Klavierkonzert.
Während man in den PARKs verweilt, vergisst man schnell, dass hier den Rest des Jahres Kraftfahrzeuge stehen. Auf die Frage, wo die Autos besser aufgehoben wären, gibt die Organisatorin Vroni Schmidt von Green City e.V. eine einfache Antwort: "Wir wollen grundsätzlich weniger Autos in der Stadt. Zu viele stehen die meiste Zeit nutzlos umher und blockieren öffentlichen Raum. Mit Carsharing lässt sich die Zahl der PKWs reduzieren, während man die Vorteile eines Autos nicht aufgibt." Tatsächlich wird ein Auto in Deutschland 23 Stunden am Tag nicht benutzt(1).
Über Green City e.V.
Green City e.V. ist seit 1990 als Umweltorganisation in München aktiv. Die Schwerpunkte liegen im Bereich Mobilität, Klimaschutz und Stadtgestaltung. Durch vielseitige Methoden, wie Aktionstage, Events oder Umweltbildungs-projekte setzt Green City e.V. seine Inhalte auf lokaler Ebene um. Dabei fördert der Verein bürgerschaftliches Engagement, Bewusstseinsbildung sowie den Diskurs.
Green City e.V. ist Träger des Qualitätssiegels "Umweltbildung.Bayern" und als offizielle Einrichtung der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" anerkannt. Weitere Informationen unter www.greencity.de.
Eingetragen am 24.09.2012
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